Antibiotikaresistenzen im Fokus der Forschung

Die rasante Ausbreitung von Antibiotika-resistenten Bakterien hat weltweit die Infektionsforscher auf den Plan gerufen. Welche Mechanismen schützen die Bakterien und mit welchen Methoden kann man sie erneut angreifbar machen? Bereits 2011 postulierten Wissenschaftler in einem Science-Artikel, dass Bakterien durch Sulfid (Schwefelwasserstoff) vor verschiedenen Antibiotika geschützt werden. Einen solchen „universellen“ Resistenzmechanismus konnte der DZIF-Wissenschaftler Fabian Grein nun jedoch mit einer neuen Technik widerlegen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Kleine RNA macht Bakterien resistenter gegen Antibiotika

Viele Bodenbakterien sind von Natur aus resistent gegen Antibiotika. Einen neuen Mechanismus, mit dem sie diese Resistenz regulieren, haben Biologinnen und Biologen der Ruhr-Universität Bochum entdeckt. In der Zeitschrift „mbio“, online veröffentlicht am 13. November 2018, beschreibt das Team um Jessica Borgmann vom Lehrstuhl für Biologie der Mikroorganismen ein kleines RNA-Molekül, das entscheidenden Einfluss auf die Antibiotikaresistenz und auf weitere Prozesse in der Zelle hat. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Ausbreitung multiresistenter Tuberkulose-Bakterien in Zentralasien

In einer aktuellen Studie konnten Wissenschaftler unter der Leitung des Forschungszentrums Borstel und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung die Anpassungsfähigkeit von Tuberkulose-Bakterien in der Ära der Antibiotika zeigen. Über 30 Jahre hinweg wurde der Erwerb von bis zu acht verschiedenen Antibiotikaresistenzen zurückverfolgt. Die ersten multiresistenten TB-Bakterien in Zentralasien entstanden wahrscheinlich bereits zu Zeiten der ehemaligen Sowjetunion und wurden durch unwirksame Therapien, Eigenbehandlung und mangelhafte Diagnostik selektioniert. Genetische Anpassungsmechanismen führten anschließend zu weiteren Resistenzen, die auch modernste Therapien an ihre Grenzen bringen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Resistente Keime: Können Rohkost und Salat ein Gesundheitsrisiko sein?

Wissenschaftliche Studie des Julius Kühn-Instituts (JKI) weist antibiotikaresistente Bakterien mit mehreren übertragbaren Resistenzgenen auf Frischeprodukten nach. Gemeinsame Presseinformation des JKI mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Resistente Keime: Können Rohkost und Salat ein Gesundheitsrisiko sein?

Gemeinsame Pressemitteilung von Julius-Kühn-Institut (JKI) und BfR zu einer Studie über antibiotikaresistente Bakterien mit mehreren übertragbaren Resistenzgenen auf Frischeprodukten (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Vorsicht, geschmacklos! Viren und antibiotikaresistente Bakterien in Lebensmitteln

Zwei BfR-Symposien stellen aktuelle Forschungen zu Lebensmittel-assoziierten Viren sowie Antibiotikaresistenzen in der Lebensmittelkette vor (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Zellen auf Resistenzen gegen Krebsmedikamente testen

Biophysiker der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben gezeigt, dass sich mit der Raman-Mikroskopie Resistenzen von Tumorzellen gegen Krebsmedikamente nachweisen lassen. Anders als herkömmliche Verfahren bedarf die Methode keiner Antikörper oder Marker. Sie detektiert die natürlichen Reaktionen von Zellen auf die Medikamentengabe und könnte so die Wirkung von Substanzen in präklinischen Studien bestimmen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Zelluläres Gedächtnis überlistet Krankheitskeime

Studie des Kiel Evolution Center belegt Wirksamkeit der sequentiellen Antibiotika-Therapie gegen den Krankheitskeim Pseudomonas aeruginosa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt davor, dass sich scheinbar harmlose Bakterieninfektionen in den nächsten Jahren zu einer der häufigsten Todesursachen vor allem in den Industrienationen entwickeln könnten. Diese dramatische Bedrohung ist entstanden, weil die seit Jahrzehnten als Standardtherapie verschriebenen Antibiotika in vielen Fällen durch sich ausbreitende Resistenzen wirkungslos geworden sind und diese Entwicklung mit zunehmender Geschwindigkeit weitergeht. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Wie Bakterien eine Behandlung mit Antibiotika im Schlaf aussitzen

Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen die Grundlagen eines Therapieversagens, das nicht auf Resistenzen beruht (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Der Therapieresistenz bei Krebs auf der Spur

Immer häufiger treten in Europa und den USA schwarzer Hautkrebs und Leberkrebs auf. Beide Krankheiten verlaufen sehr unterschiedlich, zählen aber zu den Krebsarten, die in westlichen Ländern am häufigsten zum Tod führen. Drei Forschergruppen vom Institut für Biochemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun einen Mechanismus aufgedeckt, der bei beiden Krebsarten das Wachstum der Krebszellen steuert – und deshalb von großer Bedeutung für zukünftige Therapiestrategien ist. Die Arbeit der Forscher wurde nun mit dem renommierten Preis der Deutschen Leberstiftung für eine wegweisende Publikation im Bereich der Leberforschung ausgezeichnet. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Gefahr durch Resistenzen: Tierärzte geben weniger Antibiotika an Nutzvieh

Landwirte haben 2017 so wenige Antibiotika eingesetzt wie noch nie seit Beginn der systematischen Erfassung. In einem Bereich steigt die Abgabe jedoch. Das könnte zum Problem für den Menschen werden. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

Höherer Body-Mass-Index bei Nachwuchs von Müttern mit Typ-1-Diabetes

Das Risiko für Übergewicht und Insulinresistenz ist bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes signifikant erhöht. Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München im Fachmagazin ‚Diabetologia‘. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Klinische Studie in Pakistan: InfectoGnostics-Test spürt multiresistente Bakterien auf

Der molekulare Resistenz-Test „CarbDetect AS-2 Kit“ ist das erste Produkt, das durch die Zusammenarbeit am InfectoGnostics Forschungscampus entstanden ist. Eine klinische Studie in Pakistan belegt nun, dass der kostengünstige Test die Voraussetzungen für den Einsatz in Klinik-Laboren erfüllt: Mit einer Zuverlässigkeit von 98,8 Prozent identifizierte der Test die Gene für die besonders problematischen Carbapenem-Resistenzen. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im Fachjournal „Future Microbiology“ veröffentlicht (doi: 10.2217/fmb-2018-0082). (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Geheimnis um die Langlebigkeit von Bäumen enthüllt / Forscher sequenzieren das Genom der Stieleiche

Ein internationales Konsortium unter der Leitung des französischen Agrarforschungsinstituts INRA und des französischen Kommissariats für Atomenergie und Alternative Energien CEA hat das Genom der Stieleiche sequenziert. Die kürzlich in Nature Plants veröffentlichte Arbeit, an der auch drei Forschende aus Mitteldeutschland beteiligt waren, identifiziert zwei wichtige genomische Eigenschaften, die für die Langlebigkeit dieser Baumart sorgen. Zum einen ist das die Existenz besonders zahlreicher und vielfältiger Resistenzgene, die den Bäumen die Möglichkeit gibt, sich gegen zahlreiche Feinde zu wehren. Zum anderen treten somatische Mutationen auf, die in die nächste Generation vererbt werden. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Spezielle Leberfette: Warnzeichen für Fettlebererkrankung und Insulinresistenz

Übergewicht und Typ-2-Diabetes stehen im Zusammenhang mit der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NASH). Weltweit weisen etwa 50 bis 75 Prozent der Betroffenen mit einem Typ-2-Diabetes eine Fettleber auf. – Bei 10 bis 20 Prozent dieser liegt sogar eine Leberentzündung (Steatohepatitis), eine Leberzirrhose oder, in selteneren Fällen als Folge, ein Leberkarzinom vor. Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf und am Touchstone Diabetes Center in Texas (USA) haben herausgefunden, dass bestimmte biologisch aktive Substanzen, die in Leberproben gemessen wurden, das Risiko für eine Insulinresistenz und Leberentzündung anzeigen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Bauchfett produziert Stoff, der Insulinresistenz und Entzündungen begünstigt

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des DZD hat einen neuen Botenstoff identifiziert, der das Entstehen von Insulinresistenz sowie chronischen Entzündungen begünstigt. Er wird bei starkem Übergewicht aus den Fettzellen des Bauchfetts freigesetzt und ans Blut abgegeben. Die neuen Erkenntnisse könnten künftig dazu beitragen, alternative Ansätze für die Therapie durch Übergewicht verursachter Erkrankungen zu entwickeln. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift „Diabetologia“ (Hörbelt et al, 2018)1, der European Association for the Study of Diabetes (EASD). (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Konventionelle Antibiotika-Therapie ergänzen

Antibiotika-Resistenzen bedrohen weltweit nicht nur die Gesundheit, sondern gefährden auch den ökonomischen Wohlstand. Eine neue Strategie, Bakterien zu bekämpfen, stellt die Arbeitsgruppe um Prof. Ivan Dikic von der Goethe-Universität in der aktuellen Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature vor. Die Forscher haben den molekularen Wirkmechanismus eines Legionellen-Toxins aufgeklärt und einen ersten Inhibitor entwickelt. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Tuberkulose: Hallesche Pharmazeuten entwickeln neues Mittel gegen Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenzen sind weltweit auf dem Vormarsch. Gerade für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose wird das zu einem Problem, da es nur wenige Wirkstoffe gegen diese Erkrankungen gibt. Pharmazeuten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben jetzt einen Weg gefunden, wie sich die Wirksamkeit eines gängigen TB-Wirkstoffs verstärken und gleichzeitig die Resistenz dagegen verringern lässt. Ihre neue Entwicklung stellt die Forschergruppe in der internationalen Fachzeitschrift „Molecules“ vor. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Verbesserte Wirkstoffkombinationen gegen die Antibiotikakrise

Kieler Forschungsteam untersucht erstmals systematisch, wie sich vorhandene Antibiotika am wirkungsvollsten kombinieren lassen

Antibiotika-resistente Krankheitskeime könnten sich laut Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO innerhalb weniger Jahre zu einer der dramatischsten Gefahren für die öffentliche Gesundheit entwickeln. Während das Arsenal an wirksamen antibakteriellen Medikamenten weiter schrumpft, geht die Entwicklung neuer Wirkstoffe nur schleppend voran. Zudem kann die schnelle Evolution von Antibiotika-Resistenzen auch neue Medikamente innerhalb kurzer Zeit wirkungslos werden lassen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Neuer Ansatzpunkt im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

Jährlich sterben laut WHO rund 700.000 Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenzen, in Deutschland sind es rund 6.000 Menschen, denen mit Antibiotika nicht gegen bakterielle Infekte geholfen werden kann. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der britischen University of Oxford haben herausgefunden, dass es einen Punkt im Herstellungsweg der Proteine gibt, an dem Bakterien diesen regulieren können. Das könnte ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Antibiotika sein und dabei helfen, Antibiotikaresistenzen zu überwinden.* (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Klinische Studie zur Chemotherapieresistenz bei Darmkrebs geht in die nächste Phase

Rechtzeitig erkannt ist Darmkrebs in den meisten Fällen heilbar. Fortgeschrittene Stadien lassen sich jedoch nur schwer unter Kontrolle bringen und in vielen Fällen wird der Tumor im Laufe einer Chemotherapie resistent. In der klinischen Studie REVEAL fahnden Wissenschaftler des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) am Klinikum der Universität München und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach den genetischen Ursachen. Biomarker-basierte Bluttests sollen helfen, Behandlungserfolg und Rückfallrisiko im Verlauf einer Therapie zu erkennen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Zehn Jahre erfolgreiche Forschung an Krebs-Stammzellen – Start der dritten Förderrunde

HI-STEM, das Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin im Deutschen Krebsforschungszentrum, zieht nach zehn Jahren erfolgreich Bilanz: HI-STEM-Forscher konnten bei zahlreichen Krebsarten belegen, welche Rolle Stammzellen bei Entstehung, Ausbreitung und Therapieresistenz von bösartigen Tumoren spielen. Die Ergebnisse zeigen neue Ansätze auf, um die bedrohlichen Erkrankungen in Zukunft gezielter und wirksamer zu behandeln. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Wissenschaftler aus Berlin und Zürich entwickeln Methode zur Planung von Antibiotika-Therapien

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Eidgenössischen Technische Hochschule (ETH) Zürich haben eine mathematische Methode zur Vorhersage von Resistenzen gegenüber Antibiotika und Arzneimitteln entwickelt. Das Verfahren wurde von der deutsch-schweizerischen Gruppe um Prof. Dr. Jens Rolff vom Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität und Professor Dr. Roland Regoes von der ETH Zürich erarbeitet; es kann auf verschiedenste Antibiotika angewandt werden. Die dafür benötigten Daten können für jedes Antibiotikum leicht erhoben werden. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Diabetes: Ist hoher Blutzucker Folge statt Ursache der Erkrankung?

Insulinresistenz und erhöhte Blutzuckerspiegel gelten als Ursache eines Typ 2-Diabetes. Doch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg liefern nun Hinweise darauf, dass es sich ganz anders verhalten könnte: An Fliegen zeigen sie, dass erhöhte Spiegel des Stoffwechselprodukts Methylglyoxal die diabetestypischen Entgleisungen des Stoffwechsels auslösen und zu Insulinresistenz, Fettleibigkeit und erhöhten Zuckerwerten führen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)

Antibiotika-Resistenzen eindämmen: Schnelltest hilft bei der Vergabe des "richtigen" Medikaments

Multiresistente Keime sind eine wachsende Bedrohung. Der massenhafte und häufig unnötige Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass immer mehr Erreger gegenüber Medikamenten unempfindlich sind. Bisher gut behandelbare Infektionen können lebensbedrohlich verlaufen. Ein neuartiger Schnelltest gibt innerhalb von dreieinhalb Stunden Auskunft darüber, welches verfügbare Antibiotikum im konkreten Fall noch wirksam ist. Eine schnellere Diagnostik ermöglicht eine personalisierte Therapie und rettet Leben. Eine gezielte, sparsame und verantwortungsvolle Verwendung von (Breitspektrum- und Reserve-)Antibiotika ist Voraussetzung, um die Verbreitung von Resistenzen einzudämmen. (Mehr in: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft)